Sicherheitsmassnahmen Umbau Retrofit Fertigungsanlage

Umbau und Retrofit bei Fertigungsanlagen

Der Umbau oder Retrofit einer Fertigungsanlage obliegt in seiner Ausführung dem operativen Prozessmanagement. Es hat im Zuge der Prozessoptimierung – ob Umbau oder Retrofit – die Aufgabe, die Anforderungen an die Sicherheit der Maschinen zu erfüllen. Dabei ist es bedeutsam, die Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen aus der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG im Auge zu behalten.

Welche Maßnahmen durch diese Richtlinie erforderlich sind und, wann ein ganzheitliches Sicherheitsschutzkonzept Sinn macht, erläutern wir in diesem Beitrag.

Welche Maßnahmen werden aufgrund der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG beim Umbau und Retrofit bei Fertigungsanlage erforderlich?

1. Die Betrachtung auf wesentliche Veränderung

Bei jedem Umbau oder Retrofit an einer Fertigungslinie muss zunächst eine Betrachtung auf wesentliche Veränderung durchgeführt werden. Besteht eine wesentliche Veränderung, so muss das Konformitätsverfahren nochmals komplett durchlaufen werden.

2. Das Konformitätsverfahren

Während des Konformitätsverfahrens erfolgt zunächst eine Risikobeurteilung, um die von den Maschinen ausgehenden Gefährdungen zu identifizieren, einzuschätzen und durch geeignete Schutzmaßnahmen hinreichend zu minimieren. Dabei sollten alle Gefährdungen, die nicht bereits durch die Maschinenhersteller selbst ausreichend minimiert worden sind, beurteilt werden. Insbesondere Schnittstellen zwischen den Maschinen rufen dabei häufig neue Gefährdungen hervor.

3. Ausarbeitung eines Sicherheitskonzepts

Sind alle Gefährdungen identifiziert, so ist ein Sicherheitskonzept auszuarbeiten, in dem versucht wird, alle Risiken auf ein akzeptables Restrisiko zu minimieren. Wenn am Ende alle Gefahren ausreichend gesichert sind und alle Sicherheitsfunktionen an der Anlage dem geforderten Performance Level entsprechen, so kann der Umbau bzw. die Prozessoptimierung als sicher eingestuft werden.

 

Sicherheitsmassnahmen Umbau Retrofit Fertigungsanlage ganzheitliches Konzept

Warum ein ganzheitliches Sicherheitsschutzkonzept dabei immer Sinn macht:

Im Rahmen der Ausarbeitung des Sicherheitskonzepts bietet es sich an, ein ganzheitliches Sicherheitsschutzkonzept zu erarbeiten und so die rechtlichen Anforderungen und zugleich gestiegenen Anforderungen an Produktivität und Flexibilität zu Zeiten der Industrie 4.0 zu erfüllen.

Konkret erfolgt die Umsetzung der steuerungstechnischen Schutzmaßnahmen über eine übergeordnete fehlersichere Sicherheitssteuerung. Alle Sensoren werden dort eingelesen und verarbeitet sowie Reaktionen, z. B. das sicherheitsgerichtete Abschalten von Antriebselementen, eingeleitet. Dies gibt dem Personal die Möglichkeit, alle Sicherheitsfunktionen an der ganzen Anlage in einer Übersicht einzusehen und im Fehlerfall die Störung schnell zu lokalisieren. Darüber hinaus kann über diese übergeordnete Sicherheitssteuerung die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation zuverlässig und zeitlich genau realisiert werden, damit bei Eingriffen in bestimmte Betriebsfunktionen die restlichen Anlagenteile weiterarbeiten können. Auch Änderungen an Prozessparametern können leichter verändert oder angepasst werden.

Insbesondere bei Anlagen, bei denen Eingriffe in die Fertigung durch Personen noch weiterhin notwendig sind, bietet es sich an, die Mensch-Maschine-Interaktion auf höchstem Sicherheitsniveau durch ganzheitliche Sicherheitsschutzkonzepte zu realisieren.

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